Reproduktionstrakt

Der Reproduktionstakt weiblicher Vögel ist einzigartig. Obwohl während der Frühentwicklung beide Ovarien mit Ovidukt angelegt werden, haben adulte Hennen nur das linke Ovar mit Legetrakt voll ausgeprägt. Dieser linke Ovar enthält alle Zellen, die zur Eizellentstehung notwendig sind.

Nachdem eine Eizelle im Lauf des Zyklus springt (Ovulation), wird diese zusammen mit dem Eigelb vom Ovar freigesetzt. Da bei Vögeln die Entwicklung des Nachwuchses nicht in einer Gebärmutter stattfindet, wie bei Säugetieren, wird die Eizelle mit Eigelb im Legetrakt aufgefangen und erhalten dort das Eiweiß, die Eimembranen und die Eischale. Funktionell kann der Legetrakt in 5 Kompartimente unterteilt werden. Im Infundibulum wird die Eizelle unmittelbar nach der Ovulation aufgefangen. Im Infundibulum findet unter normalen Umständen auch die Befruchtung durch die männlichen Keimzellen (Spermien) statt. Wie jeder weiß, legen weibliche Vögel auch ohne Gegenwart von männlichen Tieren ihre Eier, die dann unbefruchtete Eier darstellen, so wie die meisten Hühnereier im Supermarkt. Jedoch stellen befruchtete Hühnereier keine unappetitliche Sache dar, solange sie nicht bei ca. 37°C angebrütet werden. Befruchtete Eier kann man an einem rötlichen Einschluss im Eigelb (Hahnentritt) erkennen, der eine befruchtete Eizelle darstellt.

Als nächstes passiert die Eizelle mit Eigelb das Magnum, indem das Eiweiß als gallertige Masse sezerniert wird. Im nachfolgenden Isthmus werden die Eimembranen produziert und setzt die Kalzifizierung der Schale ein. Im Uterus, der mit dem Säugeruterus nichts gemein hat, findet der Hauptteil der Schalenbildung statt. Im letzten Abschnitt, der Vagina, werden die Spermien schichtweise, mit jeder Kopulation deponiert. Vom Eisprung bis zur Eiablage braucht es 25 h, weshalb sich bei Legehennen die Eiablage jeden Tag um eine Stunde verschiebt. Da Hühner aber generell bei Tage ihre Eier ablegen überspringen sie einen Tag für den Fall das die Eiablage die Abendstunden erreicht hat. Um dies teilweise zu umgehen, werden spezielle Lichtprogramme gefahren.

Anders als die Hennen verfügt der Hahn über zwei funktionsfähige Testikel. Im Körper gelegen, sind diese in der Nähe der Nieren lokalisiert. Dies ist auch der Grund warum Vögel nicht anhand ihrer äußeren Geschlechtsmerkmale identifiziert werden können. Einige Vogelarten erlauben eine Unterscheidung aufgrund auffälliger Gefiederfärbung. Diese Arten wie Hühner und Truthühner werden als sexuell dimorph bezeichnet. Hausgänse sind im allgemeinen sexuell monomorph und müssen über andere Methoden gesext werden. Einige Arten lassen die sexuelle Differenzierung im juvenilen Stadium zu, andere müssen zum sichergehen anhand der Körpergröße, des Kopulationsorgans oder einer DNA Analyse gesext werden.

 

Copyright 2013 - lithuz-art Inh. Tobias Uhlig